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MITGESTALTET · Kapitel 23

Vertrauen braucht eine erkennbare Herstellungsweise

Zwei Hände halten einen grob gewebt wirkenden Stoff. Die vordere Hand liegt breit darüber, die hintere fasst eine Falte. Haut, Gewebe und Schatten sind detailliert ausgearbeitet. Die Zeichenstudie „Halt“ kann dadurch an Berührung, Pflege oder die Sicherung eines labilen Zustands denken lassen. Keine dieser Deutungen macht sie zur Dokumentation eines bestimmten Menschen oder einer ausgeführten Pflegehandlung. Die Nähe der Darstellung und die Wahrheit einer Herkunftsbehauptung bleiben verschiedene Fragen.

Vertrauen bedeutet hier nicht, dass das Publikum die Technik sympathisch finden muss. Es bedeutet zunächst, dass es seine eigene Beurteilung auf zutreffende Voraussetzungen stützen können soll. Wer eine digitale Studie für eine körperlich ausgeführte Zeichnung hält, schreibt ihr möglicherweise einen anderen Vollzug zu. Wer eine konstruierte Szene als Ereignisbeleg liest, kann etwas für wahr halten, das die Datei nicht belegt. Eine Herkunftsauskunft soll solche Unterschiede zugänglich machen, nicht die ästhetische Antwort vorgeben.

Welche Information an welcher Stelle gebraucht wird

Eine vollständige technische Dokumentation ist für eine erste Bildbegegnung oft weder möglich noch hilfreich. Der Name einer Modellarchitektur erklärt nicht automatisch, ob eine dargestellte Person real ist. Eine lange Liste verwendeter Programme kann verschleiern, dass der zentrale Herstellungsschritt ungeklärt bleibt. Transparenz ist deshalb nicht die größtmögliche Menge an Daten. Sie ist eine für die jeweilige Frage geeignete, wahrheitsgemäße und auffindbare Auskunft.