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Was wir in die Stille schrieben · Roman

Der freie Stuhl

1967

Vor der Tür zum Vorführzimmer zog Mara den rechten Handschuh noch einmal an. Im Flur war es kälter als draußen. Durch die hohen Fenster fiel ein Licht, in dem die grünen Wände aussahen, als hätte man sie vor langer Zeit nass abgewischt und nicht fertig werden können. Neben einer verschlossenen Tür stand ein Eimer. Darin lag, mit dem Stiel nach unten, eine Klobürste.

Sie hatte sich ein Institut anders vorgestellt.

Als Schritte kamen, zog sie den Handschuh wieder aus. Dr. Falk trug ein Brot in durchsichtigem Papier und unter demselben Arm ihre Bewerbungsmappe. Er wechselte beides auf die andere Seite, um ihr die Hand zu geben.

»Sie haben hergefunden. Entschuldigen Sie, unten fehlt noch das Schild. Gehen Sie nur hinein.«

Er blieb an der Tür hängen, weil der Schlüssel an seinem Kittelbund steckte. Mara tat, als lese sie den Zettel neben dem Rahmen. Bitte nicht ohne Rücksprache einschalten. Darunter stand mit Bleistift: Auch nicht versuchsweise.

Im Zimmer standen zwei Stühle vor einem Fernschreiber, einer dicht an der Tastatur, der andere schräg gegenüber. Auf einer Fensterbank lagen Schrauben in einer Untertasse. Eine Frau in einer grauen Strickjacke löste Papier aus dem Gerät. Sie sah erst auf, als Falk Mara vorstellte.

»Frau Adler. Unsere Programmiererin. Fräulein Winter würde uns möglicherweise die Schreibarbeit abnehmen.«

»Einen Teil«, sagte die Frau. »Sonst wird es eine unzutreffende Stellenbeschreibung.«

Sie gab Mara eine trockene, warme Hand. An ihrem Zeigefinger saß ein blauer Tintenstrich.